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Als ich zehn Jahre alt war, war mein größter Wunsch, ein eigenes Aquarium zu besitzen. Um ehrlich zu sein, kann ich mich heute nicht mehr genau daran erinnern, wie es zu diesem Wunsch kam. Wahrscheinlich habe ich in Tierfilmen im Fernsehen, die ich zu dieser Zeit häufig anschaute, die bunte Unterwasserwelt der Ozeane und tropischen Gewässer kennen gelernt. Sehr genau erinnere ich mich hingegen daran, dass dieser Wunsch existierte und dass er stark war.
Ein Aquarium war zu jener Zeit ein Gegenstand, dessen Anschaffung sehr teuer war. Während heutzutage selbst manche Supermärkte Aquarien zu günstigen Preisen anbieten und die vielen Onlinehändler sich gegenseitig mit Angeboten unterbieten, war zu jener Zeit die einzige Möglichkeit, ein Aquarium zu erwerben, das örtliche Zoogeschäft. Und die Preise für das Aquarium lagen so hoch, dass sie durchaus dazu geeignet waren, einen zehnjährigen Jungen zu erschrecken. Als ich ausrechnete, wieviele Monate ich mein Taschengeld sparen müsste, um mir so ein Aquarium zu kaufen, wurde mir schnell klar, dass ich so nur sehr langsam an mein Ziel kommen würde. Denn das Aquarium hätte das Taschengeld vieler Jahre aufgebraucht. Viele Stunden verbrachte ich im Zoogeschäft, habe die bunten Fische bestaunt und überlegt, wie ich sie bei mir zu Hause halten könnte. So viel Zeit verbrachte ich im Zoogeschäft, dass eines Tages eine Verkäuferin meine Anwesenheit als verdächtig empfand und vermutete, dass ich mich als Ladendieb betätigen wollte. Nach dieser Erfahrung beschloss ich, erst wieder in das Zoogeschäft zurück zu kehren, wenn ich genug Geld aufgetrieben habe, um mir ein Aquarium, die Aquarienpflanzen und die Fische zu kaufen.
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Pinker Sand und blaue Krebse - die Geschichte unseres Juwels |
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3, 2, 1 - meins! Nach vielen Wochen des Grübelns und Abwägens hatten wir also den ersten Schritt ins Abenteuer Nautilus gewagt und ein wunderschönes Juwel-Becken bei Ebay ersteigert. Meine Tochter Jule und mein Mann waren ganz aus dem Häuschen und Jule hüpfte wie ein Flummi auf und ab, als wir uns auf den Weg machten, um das gute Stück abzuholen. Eine Stunde Autofahrt lag vor uns und Jule redete von nichts anderem als davon, welche Fische sie haben wolle und welche Namen sie ihnen geben würde, wie sie sich um alles kümmern und wie toll das Becken in ihrem Kinderzimmer aussehen würde. "Darüber sprechen wir noch, Jule!", sagte ich - nicht besonders begeistert von der Vorstellung, dass Jule rund um die Uhr von dem Geräusch eines arbeitenden Filters und vom Licht früh angehender Neonröhren in ihrem kindlichen Schlaf gestört würde. Doch Jule hatte ihr Zimmer bereits umgeräumt und ihren neuen fischigen Freunden Platz geschaffen - sogar ihr Barbie-Haus war dafür gewichen und fristete sein Dasein ab heute im Keller. Sie sei nun kein Kind mehr, hatte meine Tochter mit wichtigem Gesicht deklamiert und wir hatten gelacht.
Als wir endlich das Aquarium bezahlt und nach einigen Mühen ins Auto geladen hatten, war mir noch nicht bewusst, was für eine Arbeit noch auf uns zukommen würde an diesem Tag. Außerdem war das Becken wuchtiger als gedacht und ich zweifelte daran, dass wir es überhaupt in unsere Wohnung schaffen würden. Unser netter Nachbar half meinem Mann und mir, unser Juwel sicher in unsere vier Wände zu bekommen - die glücklicherweise im Erdgeschoss liegen, was unsere Rücken wenigstens ein bisschen schonte.
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Geschichten rund um oder im Aquarium |
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Um mein gewünschtes Aquarium zu bekommen, nahm ich 600km Autobahn Strecke auf mich und fuhr nach Oberhausen. Die enormen Maße des Aquariums ließen einen Transport per Spedition nicht zu und ich musste 2 Meter Länge in meinem eigenen Auto fahren. Mit einem Kombi war es kein Problem und die Faszination, die dieses Aquarium auf mich ausübte, war enorm. Ich sah im Internet Bilder, wie das Aquarium mit bunten Fischen und zahlreichen Wasserpflanzen dekoriert war und wusste, das wird mein Aquarium. Der Platz dafür war frei gemacht und wenn wir zu Hause ankommen würden, könnte es gleich aufgestellt und neu eingerichtet werden. Ich wünschte mir ein Barsch-Becken, auch wenn hier die Wasserpflanzen zu kurz kommen würden. Barsch-Haltung ist nur mit sehr groben und haltbaren Wasserpflanzen möglich, da Barsche die Pflanzen aus dem Boden reißen.
In Oberhausen kamen wir an und besichtigten sofort das Aquarium. Ich zog es vor, noch einmal nachzumessen und stellte fest, dass das Becken problemlos ins Auto passt. Der Trick bestand darin, dass es nicht hochkant gestellt werden durfte, sondern mit der Tiefe gelegt werden sollte. Die Höhe belief sich auf 80 cm und die Tiefe auf nur 60 cm. Die Männer trugen das Becken ins Auto und ich stand daneben und schaute zu. Auf einmal vernahm ich ein Bersten von Glas und sah das Aquarium zu meiner nun kaputten Heckscheibe heraus schauen. Die Männer hatten es doch tatsächlich hochkant eingepackt und ohne weitere Überlegung, die Heckklappe zugemacht.
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